
Könnt ihr euch vorstellen, in einem Haus zu leben, in dem es keine normale Elektroinstallation gibt? Ein Haus mit nur einer Steckdose am Eingang, von der aus alles angeschlossen wird: alle Lampen, der Kühlschrank, der Fernseher usw. Wäre das nicht absurd?
Heutzutage können wir uns ein Haus ohne Elektroinstallation in jedem Zimmer nicht vorstellen – mit Steckdosen und Schaltern, die in die Wände integriert sind. Den Internetzugang der Zukunft sollten wir genauso verstehen.
In Neubauten werden üblicherweise Ethernet-Kabel, also Kupferkabel, verlegt. Aber könnte man Kunststoff-Lichtwellenleiter installieren? Ist das ein Vorteil, wenn bereits spezielle geriffelte Telekommunikationsrohre vorhanden sind?
In der Vergangenheit haben wir die Vorteile eines verkabelten Backbone-Netzwerks erläutert und gezeigt, wie sich mithilfe der bereits vorhandenen Stromnetze und Kunststoff-Lichtwellenleitern ein Telekommunikationsnetz aufbauen lässt. Heute möchten wir über Installationen in neu gebauten Häusern und Wohnungen sprechen.

FOP-Installation im Neubau: Backbone-Netzwerk und passives Netzwerk (PON)
Die Installation von Kunststoff-Lichtwellenleitern in einem Neubau besteht darin, ein ganzes Haus in jedem Raum durch die geriffelten Telekommunikationsrohre mit einer Verkabelung aus Kunststoff-Lichtwellenleitern auszustatten. In Häusern, in denen heute Backbone-Netzwerke installiert werden, geschieht dies auf ähnliche Weise mit Ethernet-Kabeln. Die Installation von Kunststofffasern wäre eine zuverlässigere und schneller umzusetzende sowie modernere Variante.
Die Vorteile einer FOP-Installation in einem Neubau:
- Geschwindigkeit und einfache Installation: Die Installation ist deutlich schneller als mit Cat-5- oder Cat-6-Kabeln und sehr viel schneller umzusetzen als mit herkömmlichen Glasfaserkabeln.
- Wir fügen den Wänden kein weiteres „Kupfer“ hinzu.
- Wir haben ein ganzes Wohngebäude, das in allen Räumen mit Kunststoff-Lichtwellenleitern ausgestattet ist, ohne dass Spleißgeräte erforderlich sind, da die Verbindungen mit einfachen Schnitten mit dem Cutter hergestellt werden.
- Möglichkeit, Unterputz-Konverter installiert zu lassen oder einfach das Kabel zu verlegen, damit es als passives Netzwerk genutzt werden kann.
Was ist ein passives optisches Kunststofffasernetz?
Ein passives Netzwerk oder PON (Passive Optical Network) ermöglicht uns grundsätzlich, ein Backbone-Netzwerk in mehreren Räumen mit maximaler Kosteneffizienz zu nutzen. Diese Effizienz wird durch den Einsatz von Medienkonvertern wie dem Act1001 erreicht, die mobil oder tragbar verwendet werden können. Der Benutzer nimmt den kleinen Medienkonverter einfach mit in den jeweiligen Raum, um dort zu arbeiten oder sich zu unterhalten. Er muss den Medienkonverter lediglich dorthin mitnehmen, wo er ihn gerade benötigt.

Auf diese Weise lassen sich die Kosten der Medienkonverter, die den teuersten Teil des Glasfasernetzwerks darstellen, deutlich senken. Außerdem kann die Anzahl der Medienkonverter je nach Bedarf oder Wunsch schrittweise erhöht werden, bis alle Räume abgedeckt sind.
Die passive Installation eröffnet uns die Möglichkeit, ein ganzes Haus mit Glasfaser zu verkabeln und diese möglichst kosteneffizient zu nutzen.
Komponenten und Geräte eines passiven Kunststoff-Lichtwellenleiter-Netzwerks
Für die Installation eines passiven Kunststoff-Lichtwellenleiter-Netzwerks benötigen wir die sogenannten passiven Komponenten, bestehend aus:
- Kunststoff-Lichtwellenleiter-Medienkonverter (mindestens 2)
- Kunststoff-Lichtwellenleiter-Switch (derzeit ACT 4001)
- Netzteile der Medienkonverter
- Kunststoff-Lichtwellenleiterkabel

Vorteile eines passiven Kunststoff-Lichtwellenleiter-Netzwerks
Der wichtigste Vorteil ist die Kosteneffizienz; hinzu kommen die bereits bekannten Vorteile des Kunststoff-Lichtwellenleiters:
- Maximale Geschwindigkeit von 1 Gbit/s zwischen allen Räumen ohne Störungen. Es gibt keine Signalverschlechterung und keine niedrigeren Geschwindigkeiten aufgrund einer fehlerhaften oder komplexen Installation, von Störungen usw.
- Maximale Sicherheit, da Licht übertragen wird und die Verbindung nicht wie bei Kupfer-Ethernet „angezapft“ werden kann. Wird die Verkabelung unterbrochen, bricht die Kommunikation ab.
- Keine Emissionen. Da Licht und nicht elektrische Energie über Kupfer als Übertragungsmedium verwendet wird, gibt es keinerlei Emissionen oder Strahlung, auch nicht in geringem Umfang.
- Keine Brandgefahr. Da Licht und nicht elektrische Energie über Kupfer als Übertragungsmedium verwendet wird, besteht keinerlei Brandgefahr.
- Einfache Installation der Glasfaser: flexibler und biegsamer als Ethernetkabel.
- Keine Crimpzange erforderlich und keine möglichen Verbindungsprobleme durch fehlerhaftes Crimpen der Kabel.
- Keine Erzeugung elektromagnetischer Störungen.
- Entfernung von Kupfer in Installationen. Die Netzbetreiber bauen das kabelgebundene Kupfernetz ab und ersetzen es durch Glasfaser. Ausrichtung an dieser Strategie.


